Häufig gestellte Fragen

 

Folgende Fragen tauchen an Lesungen, bei Interviews und im Briefkasten mit schöner Regelmässigkeit auf. Bitte sehen Sie hier nach, ob ich Ihre Frage nicht bereits beantwortet habe, bevor Sie mich kontaktieren. Danke!

Allgemeine Konditionen für Lesungen oder Textbeiträge, Hinweise für die Presse und Kontaktangaben finden Sie ausserdem im Postamt.

 

Was ist ein Kryptogeograph?

Kryptogeographie nach meiner Definition ist eine Haltung. Meistens sind sie Bauern, Fährtenleser, Ordensleute, Metzger, Schmiede, Ärzte, Wirte, Könige, Naturforscher; Dichter und Künstler übrigens eher selten. Kryptogeographen interessieren sich mehr für die WELT als nur für Menschen. Eine kurze Einführung steht in Kryptogeographie, eine ausführlichere in "Man nehme Silber und Knoblauch, Erde und Salz".

 

Sollte ich "Man nehme Silber und Knoblauch, Erde und Salz" lesen?

Meinen Sie das ernst? Der Autor ist wohl die letzte Person, die darauf seriös antworten könnte. Aus meiner Sicht sollen Sie das Buch natürlich vor allem kaufen. Millionen begeisterter Leser wären mir jedoch sympathischer als zwei Dutzend enttäuschter Käufer: lieber die Taube in der Hand als den Spatz auf dem Dach! Es freut mich also umso mehr, wenn Sie das Buch auch lesen. Entscheidungshilfen gibt es unter Silber & Knoblauch.

 

Ist "Man nehme Silber und Knoblauch, Erde und Salz" autobiographisch?

Alles, was ich schreibe, ist autobiographisch. Ich habe so viel erlebt, dass ich den ganzen Ballast auf viele Protagonisten verteilen muss. Und ich führe auch ein grotesk langweiliges Leben. Sitze Tag für Tag am Schreibtisch und muss alles selber erfinden…

 

Wann kommt das nächste Buch? Wird es eine Fortsetzung zu "Man nehme Silber und Knoblauch, Erde und Salz"?

Ein Buch entscheidet selbst, wann es "fertig" ist; trotz immer neuer schwungvoller Quartals- und Jahresplanung wuchert es von selbst stets über die vorgezeichneten Kapitelgrenzen hinaus, bildet unvorhergesehene Triebe und muss am Ende auch wieder mit der Machete zurückgestutzt werden. Jede Wahrsagerei ist also zwecklos. Sobald ein Erscheinungsdatum bekannt ist, wird es hier stehen. Nein, es wird keine Fortsetzung.

 

Warum nennen Sie sich "Kryptogeograph", wenn Sie doch eine Frau sind? Das finde ich voll daneben!

Wollen Sie mir etwa das Recht absprechen, mich so zu nennen, wie ich will? Diese Diskussion interessiert mich sowas von nicht. Sie dürfen das natürlich finden, wie Sie wollen.

 

Warum schreiben Sie?

Es gibt Menschen, die Versicherungen gegen UFO-Entführungen verkaufen. Andere entwickeln originelle Duftsteine für Toilettenschüsseln, und wieder andere drehen appetitverderbende Werbespots für Joghurts. Haben Sie die auch schon einmal gefragt, warum sie das tun? (Das würde mich übrigens auch wundernehmen!) Und um auf Ihre Frage zu antworten: das weiss ich nicht. Ohne Warum.

 

Wann, wo und wie schreiben Sie?

Errratisch, in grossen Schüben, zwischen Kompostphasen des Nichtschreibens, in denen ich studiere, recherchiere, mich wundere und mir die Wunden lecke. Fast immer am Schreibtisch. Manchmal im Zug oder im Wald. Zuerst mit Buntstiften oder Bastelmaterial, dann mit Tinte und Bleistift ins Notizbuch, immer mit Karteikarten und zusätlichen Notizbüchern, später am Computer, noch später mit Rotstift, dann mit Schere und Leim. Alles immer farbcodiert. Und schliesslich nochmals am Computer.

 

Wie behalten Sie den Überblick?

Gar nicht. Das seltene Glücksgefühl, den Überblick zu gewinnen, ist ja erleichternd; aber für mich fast immer ein Zeichen, dass ich mich gerade in eine Sackgasse manövriere. Leider.

 

Wie kommen Sie zu Ihren Ideen?

Die Ideen kommen zu mir. Meine Aufgabe ist es, sie zu sortieren, die eine gute Idee unter den 500 schlechten Ideen zu erkennen, und daraus etwas zu basteln. Ich bin ein Durchlauferhitzer, der einer Idee allerhöchstens einen persönlichen Fingerabdruck verpasst. Sie hätte genausogut zu irgendjemandem kommen können. Es gibt überhaupt keine neuen Ideen.

 

Was können Literatur und Kunst Ihrer Meinung nach (heute noch) bewirken?

Erschütterung. Lockerung. Namenlosen Schrecken. Einen Orgasmus. Panik. Haltloses Lachen. Hysterie. Sündflut. Aha-Erlebnis. Zweifel. Persönlichkeitsstörung. Räumliche und zeitliche Zugehörigkeit. Oder Totalrausfälle. Aus allem. Gute Nacht.

 

Wieviel verdienen Sie? / Können Sie davon leben? / Haben Sie auch noch eine richtige Arbeit?

Fragen Sie das auch den UFO-Versicherungsvertreter, den Toilettenduftsteinentwickler und den Joghurtregisseur? Den Forstarbeiter, die Verkäuferin? In diesem Fall mangelt es Ihnen, mit Verlaub, an hundskommunem Anstand.

 

Könnten Sie einen Text für unsere Zeitschrift / Zeitung schreiben?

Ja, wahrscheinlich! Das kommt auf Ihre Wünsche (Thema, Länge, Breite, Tiefe, Deadline) und Konditionen an und auf meine aktuellen Kapazitäten. Konditionen finden Sie im Postamt.

 

Könnten Sie bei uns lesen?

Ja, wahrscheinlich! Bei passenden Raumzeitverhältnissen sehr gern, herzlichen Dank. Informationen finden Sie im Postamt.

 

Könnten Sie einen Text für mein Blog schreiben?

Leider nein, weil ich nicht für reine Netzmedien schreibe. Das liegt nicht an der Qualität Ihres Blogs, sondern am Medium, das ich nicht nutzen möchte. Wenn ein Print-Erzeugnis zusätzlich eine Online-Ausgabe hat, ist das etwas anderes (bzw. wohl nicht zu vermeiden).

 

Könnten Sie etwas für uns schreiben? / bei uns lesen? Honorar können wir uns leider nicht leisten, aber es wäre ja eine Plattform für Sie / wäre für einen guten Zweck.

Nein. Leider kann ich es mir auch nicht leisten, honorarfrei zu arbeiten. Trotzdem danke für das Angebot. In meiner Freizeit tue ich alles lieber als Schreiben. Würden Sie einen Forstarbeiter fragen, ob er kostenlos einen Wald aufräumen möchte? Eine Verkäuferin, ob sie nach Feierabend an Ihrem Wohltätigkeitsbasar herumstehen würde? Eben! Ich versuche, qualitativ hochstehende Arbeit zu leisten und messe ihr einen Wert bei, auch einen monetären. Über Honorar bzw. Gage verhandeln wir mit Rücksicht auf Ihre und meine Möglichkeiten. Sie dürfen selbstverständlich der Meinung sein, dass meine Arbeit keinen Wert hat, aber Sie werden verstehen, dass es in diesem Fall nicht zur Kollaboration kommen kann. Ausserdem schade ich auch den Autorenkollegen, wenn ich kostenlos arbeite.

 

Dürfte ich Ihre „Karavelle“ in meinem Blog publizieren?

Die Karavelle ist bereits publiziert, wenn Sie sie gelesen haben. Sie ist öffentlich, wer daran interessiert ist, kann sie bei mir abonnieren. Aber sie ist nicht öffentlich zugänglich, steht unter Copyright und darf nicht anderweitig abgedruckt oder im Netz reproduziert werden. Über einmaligen Druck in einem Printmedium gegen Honorar lässt sich verhandeln. Kurze Zitate dürfen bei vollständiger und korrekter Quellenangabe natürlich im Rahmen des Urheberrechts verwendet werden (Ursula Timea Rossel, Karavelle Vol. -- Nr. --, Titel, kryptogeographie.ch, im Netz mit einem Link).

 

Könnten Sie bitte mein Manuskript lesen und mir sagen, was Sie davon halten?

Diesen Wunsch kann ich gut verstehen, ich erinnere mich bestens an ihn. Aber, so leid es mir von Herzen tut, auch das muss ich verneinen. Abgesehen vom Zeitaufwand, den ich nicht auf mich nehmen kann, fiele es mir schwer, ungehemmt Lob und Kritik auszuteilen, ob wir uns nun flüchtig oder gar nicht kennen. Ausserdem bin ich dafür nicht qualifiziert. Autoren haben zuwenig Distanz, um andere Autoren zu lektorieren. Abgeschlossene Manuskripte gehören in die Hände eines professionellen Lektors. Teilmanuskripte: ob es sich „lohnt“, weiterzuschreiben, müssen Sie allein beurteilen. Tun Sie es oder lassen Sie es, da hilft einem leider keiner.

 

Wie, Sie schreiben einen Rundbrief? Warum haben Sie mir den nicht geschickt?

Wahrscheinlich, weil ich nicht wusste, dass Sie ihn erhalten möchten. Sie können die Karavelle abonnieren, indem Sie im Postamt das Kontaktformular ausfüllen und "Newsletter" ankreuzen. Oder indem Sie mir in einer Mail mitteilen, dass Sie ein Abo wünschen. Herzlich willkommen und danke für Ihr Interesse!

 

Wie kann ich die Karavelle desabonnieren?

Indem Sie einfach darauf antworten und "desabonnieren", "unsubscribe" oder etwas Ähnliches schreiben. Adieu, Dschungelgunst begleite Sie!

 

Und hier noch eine lustige Frage, die mir glücklicherweise nur einmal anlässlich - notabene vor - einer Lesung gestellt wurde. Sozusagen die allerletzte Frage:

Finden Sie es nicht ein bisschen unfair, dass Sie mit Ihrem Hobby auch noch Geld scheffeln? Wissen Sie, es gibt so viele ernsthaft begabte Menschen, warum sollte dieser ganze Saal gerade Ihnen zuhören?